Um die in den nachfolgenden Kapiteln beschriebenen Sachverhalte besser verstehen zu können, ist es zunächst notwendig, einige Grundbegriffe der Physik zu erläutern.
Die physikalischen Größen werden
in jedem Punkt in den zulässigen SI – Einheiten angegeben. (SI – Internationales Einheitensystem).
Kräfte sind vektorielle Größen, sie sind bestimmt durch Betrag, Richtung und Lage der Wirkungslinie. Dargestellt werden sie durch Vektoren, das sind Pfeile, deren Spitze die Richtung angibt, und deren Länge ein Maß für die Größe der Kraft ist.
SI – Einheit der Kraft:
![]()
Wirken mehrere Kräfte auf einen Körper ein, so kann man diese zu einer Resultierenden (Ersatzkraft) zusammensetzen:
(a) Kräfte mit gleicher Wirkungslinie: (b) Kräfte mit gleichem Angriffspunkt::
![Textfeld:
[Bild 4] Vektoraddition, Subtraktion](./D-Kap_1-Dateien/image007.gif)
![Textfeld:
[Bild 5] Kräftepolygon](./D-Kap_1-Dateien/image008.gif)
Die Resultierende findet sich als Die Resultierende ist der Summen-
Summe oder Differenz der Beträge vektor der vektoriellen Addition der
aller Einzelkräfte. Einzelkräfte.
![Textfeld:
[Bild 6] Kraftzerlegung in Komponenten](./D-Kap_1-Dateien/image010.gif)
Soll eine Kraft in Komponenten zerlegt werden, muss von diesen die Richtung bzw. die Größe bekannt sein. Man erhält die Komponenten durch das Zeichnen eines Kräfteparallelogramms.
Diese ergibt sich, wenn man Folgerungen aus den Newtonschen Axiomen 1 und 2 zieht:
(1) Ursache jeder Änderung des Bewegungszustandes ist das Wirken von Kräften.
Bewegungsänderung jedoch bedeutet entweder eine Geschwindigkeitszunahme (Beschleunigung), oder – Abnahme (Verzögerung) pro Zeiteinheit (a).
(2) Die wirkende Kraft und die erzielte Beschleunigung sind zueinander proportional.
Daraus folgt, dass das Verhältnis aus Kraft und Beschleunigung für jeden Körper eine konstante Größe sein muss. – Es ist die Masse (m).
Formt man diese Gleichung um, so ergibt das die „Grundgleichung der Dynamik“:
![]()
SI Einheiten:
, ![]()
Die Definition für 1N lautet daher:
Ein Newton ist die
Kraft, die der Masse von 1kg die Beschleunigung von
erteilt.
Die Gewichtskraft eines Körpers ist die auf ihn im Schwerefeld eines Himmelskörpers wirkende Schwerkraft. Diese Gravitation ist Ursache für eine Beschleunigung, die sogenannten Fallbeschleunigung (g = auf der Erde im Mittel 9.81 m/s2 ).
Setzt man für FG = Gewichtskraft des Körpers, m = Masse des Körpers, g = Fallbeschleunigung in die dynamische Grundgleichung ein, so ergibt sich für
![]()
Mit Hilfe der dynamischen Grundgleichung lässt sich auch die
Auftriebskraft
darstellen.
Nach dem „Archimedischen Prinzip“ erfährt jeder Körper beim Eintauchen eine nach oben gerichtete Kraft, die Auftriebskraft.
Diese hat denselben Betrag wie die Gewichtskraft der vom Körper verdrängten Flüssigkeitsmenge.
Setzt man für
in diese Gleichung ein, so ergibt sich die Formel:
![]()
SI – Einheiten:
, ![]()
Bei Bootskörpern wird die Masse des Verdrängungsvolumens
auch Deplacement
genannt.
![]()
Körper mit gleichem Volumen besitzen, wenn sie aus verschiedenen Materialien bestehen, verschiedene Masse.
Das Verhältnis der Masse eines Körpers zu seinem Volumen bezeichnet man als
Dichte.
SI –
Einheit:
, bei Gasen
.
In dieser Arbeit wird für die
mittlere Dichte von Luft
, und für
die Dichte von Seewasser
verwendet.
![Textfeld:
[Bild 7] Kräftegleichgewicht am Beispiel eines bewegten Bootes](./D-Kap_1-Dateien/image054.gif)
Ein schwimmendes Boot soll von einer Person geschleppt werden.
· die gleichbleibende Krafteinwirkung beschleunigt das Boot vorerst (gleichmäßig beschleunigte Bewegung).
· Da sich nun Reibungskräfte am bewegten Boot bemerkbar machen, kommt es bald zum Kräftegleichgewicht. FZ = FR Die Bewegung wird gleichförmig. v = konstant.
· Nach dem 3. „Newtonschen Axiom“ treten Kraft und Gegenkraft paarweise, entgegengesetzt und auf der gleichen Wirkungslinie auf.
· Wirkt plötzlich keine Zugkraft mehr, wird das Boot aufgrund der Massenträgheit seine Bewegung beibehalten wollen. Reibungskräfte werden seine Bewegung jedoch verzögern, bis es zum Stillstand kommt.
· Neben diesen dynamischen Kräften wirken aber auch noch die Gewichtskraft und der Auftrieb, ebenfalls gleich groß und entgegengesetzt gerichtet, ständig auf den Bootsrumpf.
Wirkt eine Kraft auf einen drehbar starren Körper, so erzeugt sie ein Drehmoment.
Das
Drehmoment ist das Produkt aus einer Kraft und dem Normalabstand von der
Wirkungslinie zum Drehpunkt:
![]()
SI – Einheit: ![]()
Die auf einen Körper wirkende Kraft, kann eine Rotation erzeugen.
Ein Körper befindet sich dann im
Gleichgewicht, wenn die Summe aller an
ihm angreifenden Drehmomente gleich Null ist.
Ein
Hebel ist ein starrer um eine Achse drehbarer Körper.
Bei einem 2-seitigen Hebel liegt der Drehpunkt zwischen den angreifenden Kräften. Bei einem 1- seitigen Hebel liegt der Drehpunkt am Ende des Hebels.
Am Hebel herrscht Gleichgewicht,
wenn: Kraft x Kraftarm = Last x Lastarm
Hebelgesetz : ![]()
Unter Druck versteht man das
Verhältnis einer senkrecht auf eine Fläche wirkenden Kraft, zur Größe dieser
Fläche. 
SI – Einheit:![]()
Der in dieser Arbeit verwendete
Wert für den statischen Luftdruck = ![]()
Ein Körper bewegt sich dann
gleichförmig, wenn er in gleichen Zeitabschnitten gleiche Wege zurücklegt. Seine Geschwindigkeit ist konstant.
Unter Geschwindigkeit (v) versteht man das Verhältnis des zurückgelegten Weges zu der dafür benötigten Zeit.
SI –
Einheit: ![]()
![]()
1 Seemeile (1,853 km) entspricht der Länge des Kreisbogens einer Bogenminute auf der Erdoberfläche (gerechnet vom Erdmittelpunkt).
![]()
Eine Translation ist dann beschleunigt, wenn die Geschwindigkeit proportional zur Zeit zunimmt. Die Geschwindigkeitszunahme pro Zeit ist dabei konstant und wird mit (a)
bezeichnet.
SI – Einheit: ![]()
Geschwindigkeitszu – oder abnahme;
Dauer der
Beschleunigung
Verschiebt eine Kraft einen Körper längs eines bestimmten Weges, so verrichtet sie an ihm Arbeit.
Arbeit ist das Produkt aus Kraft mal Weg.
SI –
Einheit: ![]()
Vorraussetzung: - Kraft und Wegrichtung müssen gleich sein
.
- Die Kraft muss während des Vorganges konstant sein.
Energie ist Arbeitsvermögen oder Arbeitsvorrat.
Jede an einem Körper verrichtete Arbeit vergrößert dessen Energie und versetzt ihn in die Lage seinerseits Arbeit zu verrichten.
Um den Abstand eines Körpers vom Erdmittelpunkt gegen die Schwerkraft zu vergrößern, ihn also anzuheben muss Hubarbeit verrichtet werden.
Diese steckt dann in Form von potentieller Energie im Körper.
Ersetzt man in der Gleichung
die Kraft (F) durch
die Gewichtskraft (FG) und den Weg (s) durch den Hubweg (h) so
erhält man für die potentielle Energie
![]()
Um einen Körper zu beschleunigen, damit er eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht, muss Arbeit verrichtet werden.
Diese steckt in Form von kinetischer Energie im Körper.
Setzt man in die Gleichung zur Berechnung der Arbeit
die beschleunigende
Kraft
ein ,so erhält man
für die Beschleunigungsarbeit.
![]()
![]()
Bei Beschleunigung aus der Ruhe heraus kann man für den
Weg
und für die Beschleunigung
einsetzen und
erhält die Formel der kinetischen Energie
![]()
Die Energie eines ungedämpften schwingenden Systems ist konstant. (ideales Pendel). Sie setzt sich aus Wpot und Wkin zusammen, beide Energiearten ändern ihre Größe periodisch.
In jedem Augenblick gilt:
· Die Amplitude: Das ist der Maximalwert der Auslenkung einer Schwingung
· Die Frequenz: Das ist die Anzahl der Schwingungen pro Zeit
· Die Winkelgeschwindigkeit: Das ist das Verhältnis des Drehwinkels zu der für die Drehung benötigten Zeit.
Eine gedämpfte Schwingung ist gekennzeichnet durch eine abnehmende Amplitude. Ohne Energiezufuhr ist jede Schwingung gedämpft.
Nach dem von Robert Mayer formulierten Gesetz bleibt in einem abgeschlossenem mechanischem System die Summe der mechanischen Energien konstant.
![]()
In der Praxis gibt es allerdings keine rein mechanischen Vorgänge, weil infolge der Reibung ein Teil der Energie in Reibung umgewandelt wird.